Autofahrten mit Kind — 10 Tipps

Autofahrten mit Kind — 10 Tipps

Tipps für lange Autofahrten

Lange Auto­fahr­ten sind mit Kin­dern eine Her­aus­for­de­rung. Das haben wir bereits gemerkt, als wir nach der Ent­bin­dung vom Kran­ken­haus mit dem Taxi und unter­bro­che­nem Kin­der­ge­schrei nach Hause fuh­ren. Als wir drei Monate spä­ter mit dem Auto nach Use­dom reis­ten, ver­lief die Fahrt ähn­lich und wir brauch­ten gute vier Stun­den für die etwa 200 km lange Stre­cke. Mit der Zeit haben wir viel an Erfah­rung gewon­nen und kön­nen nach­fol­gend 10 Tipps geben, die uns wei­ter­ge­hol­fen haben.

1. Aus­rei­chend Platz für Gepäck im Kofferraum

Wenn wir uns ein Auto aus­lei­hen, spielt für mich heut nicht mehr die Farbe, son­dern vor allem die Kof­fer­raum­größe eine ent­schei­dende Rolle. Und diese kann man gar nicht über­schät­zen. Vor allem weil man mit Auto immer das Gefühl hat, die eine (zusätz­li­che) Tasche, die geht schon noch irgendwo rein. Ehe man sich’s ver­sieht, steht man da mit all dem Zeugs und weiss gar nicht, wo man zuerst anfan­gen soll, wie­der aus­zu­pa­cken bzw. zu quetschen.

Auch wenn man bei der Hin­fahrt gerade so alles rein­be­kommt, braucht man immer noch Platz für die Urlaubs­sou­ve­ni­ers. Neues Sand­spiel­zeug, ein Eimer voll Muscheln und Steine oder ein paar Kilo Sand­strand sind da noch harm­los. Als wir ver­gan­ge­nen Som­mer in Süd­schwe­den waren, wohnte auf der Ter­rasse unse­res Feri­en­hau­ses eine junge Kat­zen­fa­mi­lie, die unsere Kin­der auf Anhieb ins Herz geschlos­sen hat­ten. Wenn wir da nicht die feh­len­den Deutsch­kennt­nisse der Tiere hät­ten anfüh­ren kön­nen, weiss ich nicht, wie wir ohne Drama aus die­ser Num­mer her­aus­ge­kom­men wären.

lange Autofahrten mit Kindern

Kofferraum für lange Autofahrten, Opel Merida

mag keine langen Autofahrten

2. zum rich­ti­gen Zeit­punkt losfahren

Um lange Staus zu ver­mei­den bewährt es sich schon bei der Rei­se­pla­nung einen Blick auf den Stau­ka­len­der des ADAC zu wer­fen. Er gibt genau an, wann und wo mit Staus zu rech­nen ist und wie man diese umge­hen bzw. umfah­ren kann. Sams­tage sind wäh­rend der Som­mer­fe­ri­en­zeit die typi­schen An– und Abrei­se­tage. Zwi­schen 9:00 Uhr und 15:00 Uhr ist die Stau­ge­fahr am größ­ten. Sonn­tags ist es wohl von 14:00 Uhr bis 20:00 Uhr am Schlimms­ten. Wer es sich zeit­lich leis­ten kann, sollte Auto­fahr­ten in die­ser Zeit ver­mei­den und statt­des­sen anti­zy­klisch fah­ren, also z.B. Diens­tags oder Mitt­wochs los­fah­ren oder — falls das nicht geht — alter­na­tive Stre­cken wäh­len (z.B. Bun­des­stra­ßen) oder die Fahrt unter­wegs gezielt unter­bre­chen. Das kann an einem Bade­see sein oder für einen Zoo­be­such oder ein­fach an einem gro­ßen Spielplatz.

Wer eine lange Stre­cke vor sich hat, z.B. ans Mit­tel­meer, kann über­le­gen nachts zu fah­ren. Die Wahr­schein­lich­keit, dass die Kin­der dann schla­fen ist rela­tiv hoch. Nachts sind auch weni­ger Staus und man schafft dadurch eine Menge Stre­cke. Aller­dings muss man am nächs­ten Tag aus­rei­chende Erho­lungs­pha­sen ein­pla­nen und zwar nicht nur für den Fahrer.

3. Sitz­kom­fort

Für lange Auto­fahr­ten pols­tern wir die Rück­bank grund­sätz­lich so aus, dass die Kin­der jeder­zeit bequem in den Schlaf fal­len kön­nen. Die Hoff­nung stirbt zuletzt. Wir haben dafür Kis­sen und Decken dabei, ein Kuschel­tier und ganz wich­tig: eine Nacken­stütze. Außer­dem tra­gen die Kin­der bequeme Klei­dung, damit nichts drückt oder kratzt.

4. Navi­ga­ti­ons­sys­tem — nicht nur für lange Autofahrten

Als wir vor zwei Jah­ren im Urlaub in Spa­nien waren, hat­ten wir kein Navi und die­sen Feh­ler machen wir nie wie­der. Obwohl sich Tho­mas ganz genau an die Stre­cke erin­nern konnte, kos­tete es uns gute zwei Stun­den Fahrt durch die Pampa, ehe wir an einer Tank­stelle eine Karte kauf­ten. Anschlie­ßend brauch­ten wir noch mal drei Stun­den, um (nun in die ent­ge­gen­ge­setzte  Rich­tung) zu unse­rem Ziel zu kom­men. Mit einem Naiv wäre das nicht passiert.

Zwar haben auch viele Han­dys ein Navi­ga­ti­ons­sys­tem, doch haben wir schon die Erfah­rung machen müs­sen, dass der Emp­fang nicht über­all gleich gut ist. Anbie­ter wie O2 sind außer­halb von Ber­lin z.B. bis­lang ziem­lich nutz­los und je wei­ter man in Rich­tung Ost­see fährt, desto schlim­mer wird es. Hinzu kommt, dass Mobil­te­le­fone eine rela­tiv kleine Anzeige haben, ver­gli­chen mit einem ein­ge­bau­ten Navi, aber diese Hürde kann man auch mit einem iPad umgehen.

Por­ta­ble Navi­ga­ti­ons­sys­teme haben teil­weise den Vor­teil, dass die Kar­ten aktu­el­ler sind und Bau­stel­len oder Staus berück­sich­ti­gen. In Ber­lin ist das Gold wert, bei der Anzahl an Bau­stel­len, die es dort gibt und der hin und wie­der feh­len­den Aus­schil­de­rung der Umleitungen.

lange Autofahrten

5. USB-Verbindung und Playlisten

Für uns grund­sätz­lich ein Muss. Eine USB-Verbindung für das Handy und eine zweite Lade­sta­tion, die man in den Ziga­ret­ten­an­zün­der ste­cken kann. So kann man nicht nur unter­wegs den Akku auf­la­den, son­dern hat auch gleich seine Lieb­lings­mu­sik an Board. Das schöne daran: man ist unab­hän­gig von der Radio­mu­sik, wo man sich einen Ast freut, wenn mal drei Songs, die man gut fin­det, ohne Wer­be­un­ter­bre­chung hin­ter­ein­an­der gespielt wer­den. Wir kom­bi­nie­ren außer­dem unsere Musik mit Kin­der­lie­dern und Hör­spie­len. Wir haben eine extra Play­list mit schwe­di­schen Kin­der­lie­dern, die wir aus­schließ­lich im Urlaub hören. Dar­auf sind einige Titel­me­lo­dien von Schwe­di­schen Kin­der­se­rien (Pippi, Karls­son etc), aber auch die typi­schen schwe­di­schen Kin­der­lie­der, die man dort in den Kitas singt. Auf unsere Kin­der wir­ken sie wie Magie. Sie lau­schen ent­we­der mucks­mäus­chen­still oder sin­gen mit und das ganze in End­los­schleife. Und dann gibt es noch eine Play­list, nen­nen wir sie mal die Fami­li­en­play­list, die wir alle mögen. Dazu zäh­len eine Menge Pop­songs, die unwei­ger­lich gute Laune machen.

Bewährt haben sich neu­er­dings auch Hör­bü­cher. Wir haben eins mit den schöns­ten Mär­chen der Gebrü­der Grimm, das abwech­selnde Stim­men hat und wirk­lich schön gele­sen ist. Pas­send dazu haben wir zum Mit­gu­cken einige Bücher in Pixi­größe dabei oder ein gro­ßes Mär­chen­buch.
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für lange Autofahrten unerlässlich

6. Tief ange­legte Fenster

Ein­mal hat­ten wir einen Leih­wa­gen, bei dem die Fens­ter so hoch ange­setzt waren, dass die Kin­der, obwohl sie im Auto­sitz saßen. keine Chance hat­ten, mehr als ein paar Wol­ken und Baum­spit­zen zu erken­nen. Die Fol­gen waren fatal und für uns lehr­reich. Seit­dem sehen wir zu, dass wir bei lan­gen Auto­fahr­ten ein Auto­mo­del haben, bei dem die Kin­der auch was sehen kön­nen, wenn sie aus dem Fens­ter schauen.

7. Son­nen­schutz

Auf eine Son­nen­blende für die Kin­der, damit einer nicht stän­dig die Sonne im Gesicht hat, möch­ten wir nicht mehr ver­zich­ten. Wenn das Auto keine getön­ten Schei­ben hat, kann man unpro­ble­ma­tisch ent­spre­chende Vor­rich­tun­gen an die Scheibe pap­pen. Damit ist es nicht nur weni­ger heiss und weni­ger hell, son­dern auch viel ange­neh­mer zum Schlafen.

8. Pau­sen

Pau­sen sind auf lan­gen Auto­fahr­ten unver­meid­bar, erst recht mit Kin­dern. Soll man bes­ser eine lange Pause machen als viele kurze? Das kommt drauf an. Auf die Kin­der und auf die vor Euch lie­gende Stre­cke. Wir fah­ren gern so lange wie ermög­lich ohne anzu­hal­ten, aber wenn die Stim­mung fällt, hal­ten wir direkt und zwar so lange, bis alle wie­der har­mo­nisch und ent­spannt bereit zur Wei­ter­fahrt sind.

Manch­mal hal­ten wir nur kurz und tau­schen die Rol­len. Wäh­rend wir uns einen Kaf­fee holen, las­sen wir die Kin­der schon mal vorne sit­zen und das Lenk­rad über­neh­men. Stim­mungs­mä­ßig wirkt das Wunder.

Wenn noch viel Stre­cke vor uns liegt, hal­ten wir manch­mal irgendwo im Grü­nen, so dass sich alle die Beine ver­tre­ten kön­nen und durch einen Tape­ten­wech­sel auf andere Gedan­ken kom­men. Klar kos­tet eine Abfahrt mehr Zeit als ein kur­zer Halt auf einem Rast­platz. Der Erho­lungs­wert hält dafür aber auch län­ger an — zumin­dest bil­den wir uns das ein — und schö­ner ist es alle­mal. Schließ­lich ist man im Urlaub.

9. Hal­te­run­gen für iPad

Ein iPad ist unter­wegs sehr, sehr prak­tisch: zum Spie­len, zum Filme gucken oder Fotos bzw. Videos anschauen. Dazu gibt es Hal­te­run­gen, mit denen man ein Tablett fast über­all im Auto anbrin­gen kann, z.B. an den Stan­gen der Kopf­stütze des Vor­der­manns. Ich lade vor lan­gen Auto­fahr­ten immer ein paar Pod­casts her­un­ter (z.B. von der Sen­dung mit der Maus). Das lenkt ab und macht müde und läßt den Bei­fah­rer mal eine Verschnaufpause.

10. Zeit­ver­treib für lange Autofahrten

Wenn lang­sam die Luft raus­geht, die Kin­der schon geschla­fen haben, die Kon­zen­tra­tion ihren Tief­punkt erreicht, eine Pause aller­dings gerade nicht drin ist, kann es hilf­reich sein, kleine, aber immens wich­tige Auf­ga­ben zu ver­tei­len, z.B. die Wind­rä­der zu zäh­len oder lila­far­bene Autos. Steht man im Stau, kann man auch mal “Ich sehe was, was Du nicht siehst” spie­len oder “Ich packe mei­nen Kof­fer” oder Urlaubs­ge­schich­ten erzäh­len. Kin­der lie­ben Geschich­ten, in denen sie selbst vor­kom­men. 

Wenn gar nichts mehr geht, hel­fen kleine Snacks und Süßig­kei­ten. Manch­mal reicht schon ein Lolli, um mit einem klei­nen Zucker­schub ein biss­chen Zeit zu über­brü­cken und die gute Laune zurück zu holen. Der Weg ist das Ziel.

lange Autofahrten mit Kindern

Ostseeurlaub

Ostseeurlaub

Ostseeurlaub

Weil wir in die­sem Jahr so einen per­fek­ten Som­mer in Stock­holm hat­ten und unser letz­ter Rügen­ur­laub viel zu kurz war, sind wir noch mal in einen spon­ta­nen Ost­see­ur­laub gestar­tet. Für mich ein Stück alte Hei­mat und Ent­schleu­ni­gung vom All­tag in Ber­lin, der uns lei­der viel zu schnell wie­der ein­ge­holt hat.

Ostseeurlaub

Ostseeurlaub

Ostsee

Ostsee

Ostseeurlaub

Mit den Servietten fängt es an

Mit den Servietten fängt es an
Servietten und andere Extras bei IKEA

Guck mal Mama, den haben wir auch noch nicht”

Rat­los ste­hen wir mit zwei Tep­pi­chen in der einen und 200er Rol­los in der ande­ren Hand vor unse­rem Auto und woll­ten doch eigent­lich nur drei Bil­der­rah­men kau­fen. Anfangs lief es auch noch ganz gut, man schaut sich ein biss­chen im Möbel­haus um, regis­triert was es Neues gibt und auf was man alles gut ver­zich­ten kann. Dann geht man zufrie­den ins Restau­rant, kauft die übli­chen 20 Kött­bullar mit Pom­mes, einen Krab­ben­tel­ler, der sai­so­nal im Ange­bot ist und für die Kin­der noch eine Schale Obst zur Prin­sesstårta. Nach dem Soft­eis kämp­fen wir uns platt die Treppe run­ter und dann sind sie plötz­lich weg, all die guten Vor­sätze. Just in dem Moment, wo ich die Ser­vi­et­ten sehe. Ja klar, wir brau­chen ja noch Servietten. 

ich (D):“Sollen wir blaue oder gelbe Ser­vi­et­ten kaufen?”

Tho­mas (T): “Ich finde beide nicht beson­ders schön, gibt’s keine weissen?”

D: “Ich habe keine gese­hen. Aber viel­leicht kann man was aus denen machen, wenn man die Far­ben kom­bi­niert? Sind immer­hin die Schwedenfarben”.

Ich lege erst­mal 50 blaue und 50 gelbe Ser­vi­et­ten in den Ein­kaufs­wa­gen und schaffe es gerade mal bis zu den Backformen.

D: “Guck mal, die haben auch Igel. Soll ich mal so ein Set mit­neh­men?” Wann habe ich eigent­lich ange­fan­gen Back­for­men zu sammeln?

T: “Mach das, ich hole einen Fonduetopf”

das IKEA-Dilemma

ein paar Extras

Auf dem Weg dahin fin­det Tho­mas einen 100er Pack weisse Ser­vi­et­ten mit dem Namen “Fan­tas­tisk” und ich finde blau weiss gestreifte, die wirk­lich gut aus­se­hen. Trink­halme fin­den die Kin­der toll und Papp­tel­ler und Papp­be­cher kön­nen wir gut für Luis’ Geburts­tags­feier gebrau­chen. Gut, dass uns das noch ein­ge­fal­len ist. Vier Rol­len Geschenk­pa­pier (ein­zeln gar nicht so bil­lig, aber als Set mit vier Rol­len geht’s), dazu farb­lich pas­sende Bän­der, Bett­wä­sche für unser Über­grö­ßen­bett (wenn man schon mal da ist) und neue Rol­los. Bis zur Kasse neh­men wir noch Unmen­gen an Ker­zen, zwei Tep­pi­che, Jalou­sien, Matrat­zen­scho­ner und schließ­lich drei weisse Bil­der­rah­men 50 x 70 cm mit, wegen denen wir über­haupt her­ge­kom­men sind. An der Kasse dann eine lange Dis­kus­sion mit Car­lotta, die sich nach einem hal­ben Tag an den Pan­da­bär aus der Kin­der­ab­tei­lung gewöhnt hat und ihn nun nicht mehr her­ge­ben will. “Das geht aber wirk­lich nicht” sagen wir ihr immer wie­der und ver­su­chen an die­sem Punkt end­lich mal kon­se­quent zu sein. Car­lotta igno­riert unsere Ansa­gen und krallt sich an den Bär.

C: “Luis durfte beim letz­ten Mal auch seine Heule-Eule mitnehmen”.

T: “Das war nur, weil wir ver­ges­sen haben, die zu bezah­len, weil wir die über­se­hen hatten”.

C:“Ich will aber auch eine Kuschel­tier haben”

Ver­käu­fer: “Gehört der Pan­da­bär dazu oder ist das ihr eige­ner?” Was für eine blöde Frage!

D: “Der ist von hier und wir neh­men den mit”.

Luis traut sei­nen Ohren nicht “Aber Mama, Ihr habt doch NEIN zu Car­lotta gesagt und jetzt sagst Du ja, das ist doch Quatsch”.

Recht hat er. Das ist Quatsch, so wie auch 250 Ser­vi­et­ten Quatsch sind oder zwei Tep­pi­che oder der Fon­du­e­topf, die alber­nen Back­for­men und die Matrat­zen­scho­ner, die wir ver­schen­ken wol­len. Kann man wirk­lich Matrat­zen­scho­ner ver­schen­ken? Ikea ist wie­der mal ein Lehr­stück an Inkon­se­quenz, die uns dies­mal gute 300 EUR gekos­tet hat, für drei Bil­der­rah­men und ein biss­chen extra. Aber wir kön­nen es ja wie­der zurückgeben.

alles drin, selbst der Pandabär

Die Rol­los waren wegen ihrer Länge die größte Herausforderung.

der Panda konnte immer­hin Autofahren

für drei Bil­der­rah­men kann man schon mal zu IKEA

Stockholms versteckte Schätze

Stockholms versteckte Schätze

Kind sein in Stock­holm ist nicht schwie­rig. Das merkt man, wenn man die Gel­ben Sei­ten auf­schlägt, denn das Ange­bot für Kin­der ist gren­zen­los. Doch die ech­ten, ver­steck­ten Schätze, fin­det man dort nicht. Auch nicht in Rei­se­füh­rern. Sie lie­gen über die Stadt ver­streut, sind kos­ten­los und in der Regel frei von Tou­ris­ten, Ziga­ret­ten­kip­pen, Glas­scher­ben, Hun­den und Müll. Ich denke natür­lich an die Spiel­plätze. Als ich vor knapp zwei Jah­ren die­ses Blog star­tete, wollte ich einen All­tag zei­gen, in dem Kin­der nie­mals stö­ren. In Schwe­den hätte die­ser Ansatz keine Berech­ti­gung gehabt, denn er ist selbstverständlich.

Die Spiel­plätze von Stock­holm glie­dern sich in zwei Grup­pen: lek­plat­ser und parkle­kar. Ers­tere sind nor­male, moderne Spiel­plätze, letz­tere lie­gen in einem Park und bie­ten zusätz­lich beson­de­ren Ser­vice an. Dazu zählt in ers­ter Linie ange­stell­tes Per­so­nal, das in der Regel kos­ten­los oder gegen einen Pfand Spiel­zeug ver­leiht (ange­fan­gen von Sand­spiel­zeug, Kin­der­fahr­zeu­gen wie Drei­rä­der, Rol­ler und andere Gefährte bis hin zu Bäl­len und Hockey­schlä­ger), Getränke und ein­fa­che Spei­sen ver­kauft (z.B. Würste zum Gril­len oder Kuchen) und im Win­ter einen war­men Unter­schlupf in einer klei­nen Hütte bie­tet, wo die Kin­der dann malen und bas­teln kön­nen. Selbst­ver­ständ­lich gibt es dort auch Toi­let­ten, Win­deln und Baby­nah­rung. Damit sind parkle­kar fast ver­gleich­bar mit einer Kita, nur dass das päd­ago­gi­sche Kon­zept fehlt und sich die Kin­der selbst beschäf­ti­gen müs­sen, aber das ent­spricht ja dem Stan­dard vie­ler Kitas in Deutschland.

Spielplätze in Stockholm

Spielplätze in Stockholm

Wir ken­nen natür­lich längst nicht alle Spiel­plätze von Stock­holm, doch unsere Top 3, auf denen wir ganze Tage ver­bracht haben, sind Folgende:

1. Parkle­ken Högalid

Adresse: Borgargatan/Högalidsgatan, 117 34 Stock­holm (Södermalm)

Ein groß­zü­gig ange­leg­ter Spiel­platz direkt an der Hög­a­lids­kir­che auf Söder­malm mit gro­ßem Plansch­be­cken und Lie­ge­wiese, Schau­keln, ver­schie­de­nen Klet­ter­be­rei­chen, einem abge­trenn­ten und ganz lie­be­voll gestal­te­ten Klein­kin­der­be­reich mit Gum­mi­un­ter­lage und vie­len Sitz­ge­le­gen­hei­ten. Das Publi­kum dort ist kun­ter­bunt, inter­na­tio­nal und sehr aufgeschlossen,

Direkt gegen­über vom Ein­gang befin­det sich das alt ein­ge­ses­sene Café dello Sport, das jetzt V.I.P. (very ita­lian pizza) heisst und neben aus­ge­zeich­ne­ten Piz­zen, Panini und Foc­cac­cie auch Pasta, Kanel­bullar und exzel­len­ten Kaf­fee anbie­tet. Spei­sen und Getränke kann man außer Haus mit auf den Spiel­platz rübernehmen.

2. Parkle­ken Humlegården

Adresse: Kar­la­vä­gen 32, 114 31 Stock­holm (Östermalm)

Der Hum­le­gårds­park ist rie­sig und der Spiel­platz ebenso. Hier wird es nie­mals lang­wei­lig, weil ein Spiel­be­reich an den nächs­ten grenzt und ein gan­zer Tag ver­geht, bis die Kin­der alles durch­ge­spielt haben. Hier kön­nen sich Kin­der nicht nur Fahr­rä­der und Bol­ler­wa­gen aus­lei­hen, son­dern auch alle erdenk­li­chen Fahr­zeuge, die dazwi­schen lie­gen. Einige kann man zu zweit fah­ren und unsere Kin­der haben dadurch schnell Kon­takt zu ande­ren Kin­dern gefunden.

Der Spiel­platz liegt in Öster­malm, also mit­ten im Zen­trum und lässt sich per­fekt mit einem Shop­ping­aus­flug oder  einem Restau­rant­be­such verbinden.

3. Rålambs­hovs parklek

Adresse: Smedsud­ds­vä­gen 6, 112 35 Stock­holm (Kungsholmen)

Eben­falls am Was­ser und sehr idyl­lisch auf der Insel Kungs­hol­men liegt Rålambs­hov­spar­ken. Das beson­dere hier ist, dass viele Spiel­sa­chen selbst­ge­macht bzw. zusam­men mit Kin­dern gebaut wur­den. Außer­dem gibt es einen rie­si­gen Ska­ter­park, der für ältere Kin­der toll ist. Hier kann man im Som­mer auch selbst mal schnell ins angren­zende Was­ser sprin­gen und sich erfri­schen. Für die Kin­der ist ansons­ten das Plansch­be­cken eine gute Alter­na­tive, da hier das Was­ser natür­lich wär­mer ist.

Spielplätze in Stockholm

Spielplätze in Stockholm

Ins­ge­samt sind die Spiel­plätze in Schwe­den sau­be­rer und durch­dach­ter als die meis­ten hier bei uns. Sie bie­ten auch schon für ganz kleine Kin­der stan­dard­mä­ßig nicht nur einen Sand­kas­ten, son­dern auch Baby­schau­keln an, und sie wer­den regel­mä­ßig gepflegt und wei­ter­ent­wi­ckelt. Fragt ganz gezielt nach “parkle­kar”, wenn Ihr in Stock­holm seid und unent­schlos­sen, was Euren Kin­dern gefal­len könnte.

Djurgården für Kinder — Stockholms grüne Museumsinsel

Djurgården für Kinder — Stockholms grüne Museumsinsel
Stockholm Kinder

Foto: Ola Eric­son via visit­s­tock­holm

Stock­holm hat sich nach unse­rem letz­ten Urlaub zu unse­rer abso­lu­ten Lieb­lings­stadt ent­wi­ckelt. Ver­mut­lich war das abseh­bar, denn sie hat gerade für Kin­der wahn­sin­nig viel zu bie­ten. Eine Fülle an Attrak­tio­nen für Kin­der fin­det Ihr auf Djur­går­den. Die meis­ten sind fuß­läu­fig erreich­bar. Wir haben sie alle schon mehr­mals besucht und kom­men immer  wie­der gerne zurück.

1. Juni­ba­cken — ein­fach wunderbar

Das Museum für Kin­der­li­te­ra­tur ist Pflicht. Nicht nur, weil es unser adop­tier­tes Museum ist, son­dern auch, weil unser letz­ter Besuch für die damals nicht ein­mal zwei­jäh­rige Car­lotta so beein­dru­ckend war, dass sie auf eine Rück­kehr  bestan­den hat. Aus­schlag­ge­bend war Pip­pis Pferd Lila Gub­ben oder Klei­ner Onkel, auf das die Kin­der rei­ten kön­nen , denn das hatte sie sich (und auch Luis) fest vor­ge­nom­men. Meine aus­führ­li­che Beschrei­bung von Juni­ba­cken  kennt Ihr bestimmt. Es ist das schönste Kin­der­mu­seum, das ich gese­hen habe. Es ist so hin­ge­bungs­voll gestal­tet, dass man gar nicht anders kann, als es zu lie­ben. Dies­mal hat­ten wir das Glück, dort auch ein Thea­ter­stück auf einer der größ­ten Kin­der­thea­ter­büh­nen von Schwe­den zu sehen.

Öff­nungs­zei­ten und Eintrittspreise

Juni­ba­cken ist täg­lich von 10 bis 17 Uhr geöff­net, im Juli von 9 bis 18 Uhr.

Für Kin­der unter 2 Jah­ren ist der Ein­tritt frei. Kin­der bis 15 Jahre und Stu­den­ten bezah­len 110 SEK, Erwach­sene 125 SEK. Wei­tere Infos fin­det Ihr hier.

Djurgården

Kindertheater Stockholm

 2. auf Zeit­reise ins Vasamuseum

Gleich neben Juni­ba­cken liegt das Vasa­mu­seum, benannt nach dem 1628 gesun­ke­nen Kriegs­schiff Vasa, das wie­derum den Namen des Wap­pens der damals regie­ren­den Königs­dy­nas­tie Vasa trug. Es ist eigent­lich kein klas­si­sches Kin­der­mu­seum, doch konnte ich beob­ach­ten, dass es auf meine Kin­der eine ebenso starke Anzie­hungs­kraft aus­übt wie auf mich. Das große Prunk­schiff ist ein­fach beein­dru­ckend. Doch mehr noch als das, stimmt die ganze Atmo­sphäre und ver­setzt einen in das Gefühl, als befinde man sich am Anfang des 17. Jahr­hun­derts in Stock­holm. Hier hat sich viel ver­än­dert in den letz­ten 10 Jah­ren. Video­filme auf deutsch, eng­lisch, schwe­disch und fran­zö­sisch erklä­ren heute anschau­lich, wie das Schiff gebaut wurde, warum es sank und wer die Schuld an dem Unglück trug. Ske­lette, die man von ertrun­ke­nen Besat­zungs­mit­glie­dern unter Deck fand, wur­den zwi­schen­zeit­lich restau­riert und iden­ti­fi­ziert. Die Schä­del wur­den lebens­echt nach­mo­del­liert und ihre Geschich­ten anschau­lich erzählt. Das Vasa­mu­seum ist wie ein kon­ser­vier­tes Stück eines längst ver­gan­ge­nen Zeit­al­ters, in das man ein­tau­chen und für eine Weile dahin schwin­den kann.

Öff­nungs­zei­ten und Eintrittspreise

Das Museum ist täg­lich von 10:00 bis 17:00 Uhr, von Juni bis August von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr und mitt­wochs sogar immer bis 20:00 Uhr geöffnet.

Kin­der bis 18 Jahre haben freien Ein­tritt. Erwach­sene zah­len 130 SEK und Stu­den­ten 100 SEK.

Wei­tere Infos fin­det Ihr hier.

Stockholm mit Kind

Djurgården Museumsinsel

Vasa Museum Stockholm

3. Skan­sen — open air

Eben­falls auf Djur­går­den befin­det sich das welt­weit älteste Frei­licht­mu­seum Skan­sen, das als leben­des Volks­mu­seum die Schwe­di­sche Kul­tur­ge­schichte erzählt. Von Nord nach Süd kann man fünf Jahr­hun­derte Schwe­den durch­wan­dern und zuschauen, wie die Men­schen in zeit­ty­pi­schen Trach­ten­klei­dern ihrer Arbeit nach­ge­hen. Es beinhal­tet ca. 150 Gebäude aus unter­schied­li­chen Lan­des­tei­len, in denen Volks­bräu­che erklärt und Kunst­hand­werk ange­fer­tigt wird. Dane­ben gibt es einen rie­si­gen Tier­park mit Strei­chel­zoo, ein Aqua­rium, Thea­ter­büh­nen, eine Berg– und eine Bim­mel­bahn sowie einen klei­nen Tivo­lip­ark mit Karus­sells. Wer will, kann sich ein­fach irgendwo auf die Wiese unter einen Baum legen und die frei her­um­lau­fen­den Enten beob­ach­ten oder den über­wäl­ti­gen­den Aus­blick über ganz Stock­holm genießen.

Öff­nungs­zei­ten und Eintrittspreise

Die Öff­nungs­zei­ten vari­ie­ren nach Sai­son. In der Regel von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr im Win­ter bzw. in den Som­mer­mo­na­ten bis 22:00 Uhr.

Der Ein­tritt für Erwach­sene vari­iert eben­falls sai­so­nal und beträgt zwi­schen 100 und 170 SEK. Kin­der unter 6 Jah­ren haben freien Ein­tritt. Ältere Kin­der zah­len 60 SEK.

Wei­tere Infos fin­det Ihr hier.

Freilichtmuseum Skansen

4. Ulla Win­bladh — eine Institution

Zwi­schen dem Vasa­mu­seum und Skan­sen, genauer gesagt dem West­ein­gang, wo auch die Berg­bahn abfährt, kommt man bei Ulla Win­bladh, einem wun­der­bar authen­ti­schen Gar­ten­re­stau­rant vor­bei, das tra­di­tio­nel­les schwe­di­sches Essen auf avan­cier­tem Niveau ser­viert und wo ich phan­tas­ti­sche Kött­bullar geges­sen habe, die echten.

Es öff­net wochen­tags um 11:30 Uhr, am Wochen­ende um 12:30.

Djurgården

5. Gröna Lund — für Waghalsige

Wenn es um Djur­går­den und Kin­der geht, darf Stock­holms Tivoli nicht feh­len. Gröna Lund ist ein rie­si­ger Frei­zeit– und Ver­gnü­gungs­park. Er ist per­fekt für grö­ßere Kin­der, die mutig sind und den Ner­ven­kit­zel suchen. Die ein­zel­nen Attrak­tio­nen sind für unter­schied­li­che Alters­klas­sen geeig­net. Genau genom­men spielt das Alter eher eine unter­ge­ord­nete Rolle, da immer auf die Kör­per­größe abge­stellt wird. Für kleine Kin­der ist da lei­der nicht so viel dabei, aber die Grö­ße­ren kom­men da voll auf ihre Kos­ten. Abends fin­den Kon­zerte ange­sag­ter Musi­ker statt.

Öff­nungs­zei­ten und Eintrittspreise

Für Kin­der bis 6 Jahre und Ältere Men­schen über 65 Jahre ist der Ein­tritt frei. Kin­der ab 7 Jahre zah­len ebenso wie Erwach­sene 110 SEK und ab 18:00 Uhr 220 SEK. Hinzu kommt, dass man für die ein­zel­nen Fahr­ten extra bezah­len muss. Pro Fahrt zahlt man 1 bis 4 Kupons á 20 SEK.

Djurgården Tivoli Freizeitpark

Foto: Yanan Li via visit­s­tock­holm

6.Personenfähre nach Djur­går­den und Stockholmkarte

Nach Djur­går­den könnt Ihr nicht nur mit Bus­sen und Stra­ßen­bah­nen fah­ren (Kin­der natür­lich kos­ten­los und ebenso Eltern mit Kin­der­wa­gen), son­dern auch mit unter­schied­li­chen Fäh­ren. Vom Was­ser aus bie­tet Stock­holm schließ­lich das schönste Bild. Die Djur­gårds­färja ist Teil des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs und kann mit ganz nor­ma­lem Tages­ti­cket genutzt wer­den. Fahr­rä­der wer­den kos­ten­los beför­dert (Kin­der sowieso). Die Stre­cke führt von Slus­sen in Gamla Stan zur All­männa gränd auf Djur­går­den, wo der Ein­gang zum Ver­gnü­gungs­park Gröna Lund liegt. Selbst­ver­ständ­lich las­sen sich alle Fäh­ren auch mit Kin­der­wa­gen oder Roll­stuhl nut­zen. Dafür gibt es ent­spre­chende Ram­pen an den Anle­ge­stel­len Slus­sen und Djurgården.

Wer wenig Zeit hat und von vorn­her­ein weiss, dass er viele Museen besich­ti­gen will, der ist mit der Stock­holm­karte gut bedient. Sie gewährt freien Ein­tritt in 80 Museen und Attrak­tio­nen und beinhal­tet auch die kos­ten­lose Nut­zung des gesam­ten öffent­li­chen Nah­ver­kehrs. Ihr könnt die Karte im Inter­net oder an vie­len Tou­ris­ten­in­for­ma­tio­nen kau­fen für eine von Euch frei wähl­bare Anzahl an auf­ein­an­der­fol­gen­den Tagen (max. 5). Der Preis liegt zwi­schen 525 SEK für einen Tag und 1095 SEK für fünf Tage. Wer län­ger bleibt, so wie wir, kann auch meh­rere Kar­ten für einen kür­ze­ren Zeit­raum kau­fen, z.B. 2 Kar­ten für jeweils 48 Stun­den und damit könnte man z.B. zwei Sight­see­ing­wo­chen­en­den ein­le­gen. Jede Karte gilt für 1 Erwach­se­nen und 1 Kind unter 6. Für Kin­der über 6 Jah­ren gibt es ermä­ßigte Karten.

Djurgården

Myslördag — gemütlicher Samstag

Myslördag — gemütlicher Samstag

Sams­tags machen wir es uns gemüt­lich. Letzte Woche ver­brach­ten wir das Wochen­ende noch in Stock­holm mit den Cou­si­nen im Gar­ten. Aktu­ell sind wir wie­der in Ber­lin und schla­gen uns bei 33 Grad mit Som­mer­grippe und den Steu­er­er­klä­run­gen von 2012 und 2013 herum. Gleich wache ich hof­fent­lich auf und stelle fest, es war alles nur ein böser Traum und wir sind immer noch in Stockholm. 

Schwedentorte

Schwedentorte

Welche Unterkunft in Stockholm mit Kind?

Welche Unterkunft in Stockholm mit Kind?

Als fest­stand, dass wir die­sen Som­mer in Stock­holm ver­brin­gen wür­den, wuss­ten wir zunächst nicht, wo und vor allem was wir mit zwei klei­nen Kin­dern für eine Unter­kunft neh­men soll­ten. Das Ange­bot ist groß und viel­fäl­tig ist, doch unsere Ansprü­che nicht minder.

Unterkunft in Stockholm mit Kind

Apart­ments und Ferienwohnungen

Spon­tan dach­ten wir an einen Woh­nungs­tausch, um etwas zu fin­den, das unse­ren Bedürf­nis­sen am bes­ten ent­spricht. Die Suche erwies sich jedoch schnell als aus­sichts­los, da sich keine Stock­hol­mer Fami­lie fand, die im sel­ben Zeit­raum wie wir ver­rei­sen wollte und schon gar nicht nach Ber­lin. Die meis­ten Schwe­den ver­brin­gen den Som­mer offen­bar lie­ber in ihrem Som­mer­haus am See, meist irgendwo abge­schie­den in der Pampa. Als unser Urlaub schließ­lich immer näher rückte, ent­schie­den wir uns, eine Woh­nung zu mie­ten. Das war nicht schwer, und wenn man so wie wir gleich meh­rere Wochen bleibt, lohnt sich das finan­zi­ell in jedem Fall gegen­über den meis­ten Hotel­prei­sen in der Haupt­sai­son. Dazu kommt mehr Platz, eine sepa­rate Küche, Wasch­ma­schine, durch die man nicht nur Gepäck spart, son­dern auch dem Wasch­ma­ra­thon zu Hause ent­ge­hen kann, und wenn man Glück hat ein Kin­der­zim­mer mit Unmen­gen an Spielzeug.

Viele Fami­lien ver­mie­ten ihre Woh­nun­gen über ver­schie­dene Inter­net­por­tale (wäh­rend sie selbst in ihr Som­mer­haus fah­ren). Die schwe­disch­spra­chige Seite blocket.se hat wohl die meis­ten Ange­bote und ein Groß­teil stammt von Pri­vat­per­so­nen. Wir haben letz­tes Jahr unser Feri­en­haus in Süd­schwe­den dar­über gefun­den. Gut funk­tio­niert es übri­gens auch anders herum, d.h. wenn man weiss, was man sucht, kann man selbst bei blo­cket eine Anzeige auf­ge­ben und die Ange­bote abwar­ten, auch auf Englisch.

In die­sem Jahr waren es zwei Woh­nun­gen, die wir teils über Freunde und teil­weise über Airbnb (bei denen man neben den Miet­kos­ten aber noch eine zusätz­li­che Pro­vi­sion bezahlt) gemie­tet haben. Für uns war dabei die Lage sehr wich­tig, d.h. mög­lichst zen­tral oder direkt am Was­ser. Ich mag vor allem Söder­malm, Öster­malm, Djur­går­den und Vasas­tan ganz gern, weil man hier wirk­lich viel zu Fuß machen kann. Der aus­schlag­ge­bende Fak­tor war dann aber das Kin­der­zim­mer, denn es hatte das, was sich unsere Kin­der momen­tan sehn­lichst wün­schen: ein Hoch­bett. Dar­un­ter befand sich eine Schatz­kiste von unfass­ba­rem Wert. Sie beinhal­tete unzäh­lige Edel­steine in den schil­lernds­ten Far­ben, traum­haft schöne Muscheln, mehr Papier­geld als man aus­ge­ben kann und ein gol­den umrahm­tes Bild vom schwe­di­schen Königs­paar in jun­gen Jah­ren. Neben dem Bett befand sich in einer Schub­lade eine Samm­lung von ver­schie­de­nen Feu­er­wehr­fahr­zeu­gen und Poli­zei­au­tos, die alle­samt mit unter­schied­li­chen Sire­nen und Blau­licht aus­ge­stat­tet waren. Für Car­lotta und Luis war dies der Him­mel auf Erden. Zuge­ge­ben, die ruhige Lage wurde durch ein Kla­vier und ein Schlag­zeug im Kin­der­zim­mer etwas rela­ti­viert, doch unse­ren Kin­dern hat es mehr als gefal­len und die Nach­barn waren sicher­lich den Lärm gewohnt.

Ich habe in die­sem Urlaub zum ers­ten Mal kei­ner­lei Spiel­zeug mit­ge­nom­men und mich auch beim Packen ziem­lich zurück­hal­ten kön­nen (was dann durch die Regen­sa­chen aller­dings wie­der aus­ge­gli­chen wurde).

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Fami­li­en­ho­tels

Es gibt dar­über hin­aus eine ganze Reihe kin­der­freund­li­cher Hotels in Stock­holm, die unter­schied­li­che Arten von Fami­li­en­zim­mern anbie­ten und auch recht zen­tral gele­gen sind, so dass man fuß­läu­fig recht viel Sehens­wer­tes errei­chen kann. Dazu gehö­ren beispielsweise

- einige Scan­dic Hotels, etwa das Scan­dic Park Hotel, das direkt am Park Hum­le­går­den mit einem der schöns­ten Spiel­plätze von Stock­holm liegt, oder das Has­sel­ba­cken auf Djur­går­den, wo man viele Museen in unmit­tel­ba­rer Nähe hat (unter ande­rem Juni­ba­cken, Skan­sen, Gröna Lund, das Abba– und das Vasamuseum).

- das Kung Carl Hotel (gehört zur Best Wes­tern Kette) auf der ande­ren Seite des Hum­le­gårds­park in unmit­tel­ba­re­rer Nähe zu Öster­malms Torg, wo es viele sehr gute Geschäfte, Bars und Restau­rants gibt.

- das Elite Palace Hotel in Vasas­tan (Karls­son lässt grüßen).

Wir selbst haben mit die­sen Hotels noch keine eige­nen Erfah­run­gen gemacht. Viel­leicht lohnt es sich, wenn man nur ein paar Tage oder übers Wochen­ende ver­reist oder wenn man auf einen regel­mä­ßi­gen Zim­mer­ser­vice nicht ver­zich­ten möchte.

Jugend­her­ber­gen — die etwas andere Unterkunft

Wem Jugend­her­ber­gen (auf Schwe­disch: “van­drar­hem”) gefal­len, der fin­det in Stock­holm eine Reihe ganz außer­ge­wöhn­li­cher Unter­künfte, etwa

- auf einem über 120 Jahre alten Segel­schiff, das vor der wun­der­schö­nen Insel Skepp­shol­men liegt,

- in einem ori­gi­nal Jumbo Jet mit Blick auf den Flug­ha­fen Arlanda oder

- im Knast, kein Witz, son­dern ein umge­bau­tes Gefäng­nis auf der grü­nen Insel Lång­hol­men (mit Bade­strand). Dort gibt es auch ein Hotel mit Fami­li­en­zel­len.

Unterkunft Stockholm Jugendherberge Flugzeug

Foto: Lioba Schnei­der via jumbostay.com

Cam­ping­plätze

Der Voll­stän­dig­keit hal­ber will ich nicht uner­wähnt las­sen, dass es in Stock­holm auch Cam­ping– und Wohn­mo­bil­plätze gibt. Eine Über­sicht fin­det Ihr z.B. hier. Aber ganz ehr­lich, mit einem fast zwei Meter gro­ßen Mann und unse­ren bis­he­ri­gen Erfah­run­gen mit ver­reg­ne­ten Som­mern in Schwe­den, haben wir dar­über bis­lang nicht ein­mal nach­ge­dacht. Wenn Ihr andere Erfah­rungs­werte oder Tipps habt, gerne her damit.